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Stellungnahme zur geplanten Änderung der Nutzungsordnung für kreiseigene Sportstätten

Am kommenden Montag soll im Kreistag über die geänderte „Nutzungsordnung kreiseigener Sport- & Spielanlagen des Saale-Orla-Kreises“ abgestimmt werden. Zum Nachteil des Vereinssports im SOK.

In der neuen Nutzungsordnung wurde §4 (4) so abgeändert, dass nachgeordnete Einrichtungen des Landkreises (wie die Volkshochschule, aber auch Musikschule oder Kultureinrichtungen) vor den Sportvereinen gelistet sind, was die Prioritäten bei der Vergabe von Sportstätten betrifft. Bisher war die Reihenfolge umgekehrt.

Bisher

Neu:

 

Vorbemerkung:

Der Saale-Orla-Kreissportbund e.V. (im Folgenden „Kreissportbund“) ist der Zusammenschluss aller aktuell 132 Sportvereine und 8 Sportfachverbände im Landkreis Saale-Orla. Mit knapp 12.700 Einzelmitgliedern (davon 4.800 Kinder und Jugendliche) ist der Kreissportbund der größte freiwillige Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis und die Interessenvertretung aller Sportvereine.

Seit vielen Jahren vergibt der Kreissportbund im Auftrag des Landratsamtes die regelmäßigen Trainingszeiten in den kreiseigenen Sportstätten wochentags zwischen 16 und 22 Uhr. Diese Maßnahme ist thüringenweit vorbildgebend und führt zu einer fairen und bedarfsgerechten Verteilung der Trainingszeiten.

Insgesamt werden im Hauptplanungs-Monat September knapp 400 Hallenzeiten in 25 kreiseigenen Sportstätten koordiniert. Dies ist nur durch eine Vielzahl an ehrenamtlichen und hauptamtlichen Arbeitsstunden des Kreissportbundes möglich. Hinzu kommen regelmäßige Neuplanungen von Trainingszeiten während des Jahres aufgrund saisonaler Sportarten und veränderten Rahmenbedingungen wie Hallen-Sperrungen oder Reinigungszeiten.

Neben den beantragten Zeiten der Sportvereine werden auch die Anträge der Volkshochschule, Freiwilligen Feuerwehren, Karnevalsvereine, etc. mit eingeplant und immer nach einer bestmöglichen Lösung aller Beteiligten gesucht. Diese Vergabe-Methode hat sich seit Jahren bewährt und führte für den Landkreis bisher zu einer nahezu reibungslosen Vergabe der Nutzungszeiten.

 

Stellungnahme:

Der Kreissportbund lehnt die Änderung der Nutzungsordnung an der genannten Stelle ab.

Die Situation in den Sportstätten, insbesondere in den Hallen in den Wintermonaten, ist vielerorts jetzt schon prekär. Viele beantragte Trainingszeiten können aufgrund eines Mangels an Kapazitäten nicht vergeben werden. Dies bremst das Vereinsleben, die Gesundheitsförderung und auch die Vereinsentwicklung – da insbesondere neue Gruppen kaum eine Chance auf Trainingszeiten haben.

Bisher gab es einen kommunikativen und nahezu reibungslosen Ablauf der Vergabe zwischen den Beteiligten – insbesondere auch mit der Volkshochschule. Eine Notwendigkeit zur Änderung der Nutzungsordnung an dieser Stelle gibt es nicht.

Sportstätten sind in erster Linie für den Sport da, sei es Schulsport oder den organisierten Vereinssport. Dafür wurden sie finanziert und gebaut. Für andere kulturelle oder gesellschaftliche Zwecke, deren Wichtigkeit natürlich ebenfalls gegeben ist, gibt es in der Regel andere Räumlichkeiten wie Gemeinderäume oder Kultursäle.

Der Vereinssport wird nahezu ausschließlich durch reines Ehrenamt getragen, was wir an dieser Stelle abermals benachteiligt sehen. Nach den vielen Schließungen von Sportstätten aufgrund Corona, Flüchtlingskrise, Ukraine-Krieg (und im Übrigen auch regelmäßig Kreistagssitzungen) werden die Sportvereine nun in ihrem „eigenen Zuhause“ abgewertet und mit viel Unsicherheit zurückgelassen.

Der organisierte Sport unterstützt und hilft gerne, hat regelmäßig ein offenes Ohr für die Belange anderer und wird dennoch oftmals herabgewürdigt. Fairplay sieht anders aus.

Wir sehen den Landkreis in der Pflicht, das Ehrenamt zu stärken und bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen – nicht nur im Sport. Das Ehrenamt ist eine der wichtigsten Stützen der Gesellschaft. Ohne das sportliche Ehrenamt, dessen Wertschöpfung für den Landkreis im Millionenbereich liegt – dies muss man an dieser Stelle einmal deutlich hervorheben, wäre eine soziale und gesundheitsfördernde Säule verschwunden, deren Folgen weitreichend und kaum abschätzbar sind.

Der Kreissportbund sieht es zudem kritisch, dass die Änderungen in der Nutzungsordnung in den öffentlich einsehbaren Unterlagen zur Kreistagssitzung nicht kenntlich gemacht wurden. Eine fundierte Abstimmung darüber ist somit kaum möglich. Die vorliegende Stellungnahme soll deshalb für mehr Klarheit im Abstimmungsprozess sorgen.

Wir wünschen uns, dass die bisherige Regelung beibehalten wird. Etwaige Änderungen und deren Zielsetzung sollten zudem im Vorfeld mit allen Beteiligten besprochen und abgestimmt werden.

 

Pößneck, 22.09.2023, Saale-Orla-Kreissportbund e.V.

 

 

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